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Familienleben und Umgebung (Haus) in Kirgistan
 

Durch den Schüleraustausch haben wir alle bemerkt, dass das Familienleben in Kirgistan anders als in Deutschland ist.

Fast jede Familie wohnt in einem kleinen Haus mit nur einem Geschoss. Am auffälligsten ist, das die Küche nicht im Haus sondern separat liegt. Oft ist es so, dass man über den Hof laufen muss, um dorthin zu kommen. Ein Badezimmer, wie wir es kennen, gibt es nicht. Alle Familien haben eine „Banja“, in der sie sich waschen. Die Banja ist so eine Art Sauna mit einer besonders hohen Luftfeuchtigkeit

Noch seltener ist es, dass sich die Toilette im Haus befindet, sie ist meistens am ende des Hofes.
Die „Toilette“ in Kirgistan ist auch nicht so wie wir sie in Deutschland kennen.  Um dort hinzukommen muss man durch den Garten laufen, vorbei an Bienenstöcken, dem Hühner- und dem Hasenstall. In einer kleinen Holzhütte befindet sich ein Loch im Boden, über das man sich hocken muss.

Jede Familie hält sich irgendwelche Tiere, die sie für die eigene Versorgung brauchen.
Uns allen ist sofort aufgefallen, dass die Kinder in Kirgistan viel mehr Respekt vor ihren Eltern haben. Sie meckern nicht mit ihren Eltern herum (so wie wir manchmal). Was die Eltern sagen wird getan. Wenn die Mutter berufstätig ist und die Kinder 12 oder 13 Jahre alt sind, machen sie den Haushalt und kochen auch. Ist die Mutter nicht berufstätig, dann helfen die Kinder auch sehr viel im Haushalt.
Außerdem gibt es noch einige Unterschiede zwischen den kirgisischen und den russischen Familien in Kirgistan. In den kirgisischen Familien werden die Eltern von ihren Kindern gesiezt, in den russischen Familien nicht. Der jüngste Sohn in einer kirgisischen Familie bleibt sein Leben lang zu Hause und kümmert sich, selbst wenn er heiratet und eine eigene Familie hat,
um seine Eltern und um das Haus.

In allen Familien nehmen sich die Eltern sehr viel Zeit für ihre Kinder. Sie sind auch sehr viel geduldiger und alle nehmen Rücksicht. Wenn die kleinen Kinder morgens z.B. zur Schule gebracht werden müssen, weil der Weg zur Schule zu weit ist und die Eltern zu spät zur Arbeit kommen, dann ist das kein Problem.

 

Vera Blecking