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Mit der Klasse 10c in München
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Montag, 7.00 Uhr: Abfahrt in
Bocholt. die Wetteraussichten sind gut, Mensch und Maschine sind gut
gelaunt, es kann also los gehen. Unser Fahrer heißt Martin - ich glaube,
er isst gerne.
Nach nur wenigen Staus und
Dank des Navigationssystems erreichen wir die Jugendherberge Thalkirchen/München
gegen 17.00 Uhr.
Dort wartet die erste
Sortieraufgabe auf uns: 55 Zimmerschlüssel für 55 Teilnehmer getrennt
nach Geschlecht und aufgeteilt in Vierer- und Dreierzimmern auf einem
Jungen- und einem Mädchenflur. Das klappt. Leider haben wir keinen
eigenen Tagesraum.
19.00 Uhr: Abendessen:
Spaghetti Bolognese - mhm, lecker. Dann die kalte Dusche! Die
Herbergsleitung hat festgestellt, dass wir vier Teilnehmer weniger sind
als im Januar angegeben. Die Folge: Wir sollen ein Zimmer räumen. Dann
muss aber ein Kind auf einer Matratze auf dem Boden schlafen, oder wir
bezahlen 200 € Ausfallgeld. Wir fragen die Schüler - wir bezahlen
lieber.
Und dann noch: Die
Zivildienstleistenden in der DJH behaupten, aus einem der Fenster
unseres Flures hätten sie deutlich den Geruch von Marihuana
wahrgenommen. Jetzt sinkt die Freude über einen gelungenen Start langsam
auf Null. Wir beschließen mit den Schülern darüber ernst zu reden.
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Heute Abend wollen wir noch
kurz mit der ganzen Gruppe mit der U-Bahn ins Zentrum (Marienplatz)
fahren. Die Zimmerfrage ist geklärt und alles andere erst mal verschoben
worden, also los geht´s! Wir finden die U-Bahnstation und den
Fahrkartenautomaten.
Wie kaufe ich 55 Einzeltickets? 50 €-Scheine will
er nicht. Endlich, der Zehner wird geschluckt, Dateneingabe,
Fehlermeldung: Der Drucker funktioniert nicht! Der Zehner kommt wieder
heraus.
50 Kinder hinter mir, keine
Fahrkarte in der Hand und kein Personal zu sehen!
Endlich - ein
Uniformierter - der leider nur für die Sauberkeit zuständig ist und nur
Türkisch spricht. - Hilfe! - Endlich - noch ein Uniformierter! Er kann uns
aber leider keine Karten verkaufen. Wir sollen einfach zum Marienplatz
fahren. Und ab geht´s.
Am Marienplatz steigen wir
fast gegenüber vom Infoschalter aus. Super, er ist sogar besetzt!
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Leider
verkaufen die Damen keine Karten sondern informieren nur. Dafür bekommen
wir 50 unbrauchbare Prospekte. An der Seite stehen drei
Fahrkartenautomaten. Jetzt geht´s los! Vier Lehrkräfte ziehen mit Hilfe
von reichlich Kleingeld 54 Einzelfahrkarten aus den Automaten. Immerhin
bekommen wir A 13 und erledigen diese Aufgabe ohne zu murren in einer
angemessenen Zeit. Den Kindern hat es doch zu lange gedauert. Sie sind
weg!
Auf der Rückfahrt läuft
einmal alles glatt. Wir steigen an der richtigen Station ein und an der
richtigen Station wieder aus - bis auf Nicole, die fährt einfach weiter!
Wir lösen auch dieses kleine Problem und kommen gesund an der
Jugendherberge an. Unter dem fragwürdigen Fenster riecht es wieder nach
Drogen, aber unsere können es ja nicht gewesen sein.
Die Kinder wissen, wann es
Frühstück gibt, und wann wir starten. Erwarten wir den neuen Tag. |
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Dienstag
Der Kaffee zum frühstück tut gut. Das ist nicht mehr der
Caro-Kaffee aus der alten Jugendherbergszeit sondern der ganz normale
Frühaufwecker wie zuhause. Nach zwei Brötchen, Käse und Wurst können wir
frisch geduscht, gestärkt und zuversichtlich das Tagesprogramm angehen.
10.00 Uhr, Frau Oxford ist eine nette, humorvolle und
dynamische Stadtführerin mit viel Verständnis für übermüdete Schülerinnen
und Schüler. Nach zwei Stunden Stadtgang steht fest: Prädikat
empfehlenswert!
Leider ist wegen unseres Nachmittagsprogramms etwas
falsch gelaufen. Die liebe Frau Oxford sollte uns auch durch das
Olympiagelände lotsen, und jetzt? Na gut, dann mache ich das eben
selbst. da ich nichts über den FC Bayern weiß, kann ich auch nicht
wissentlich etwas Falsches erzählen.
Bei strahlendem Sonnenschein stärken wir uns, die
erfahrene Reiseleitung, bei einem Eis, Eiskaffee o. ä. und besprechen
die Strategie für den Nachmittag. |
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Das Stadion ist sehenswert und erklärt den Mythos Olympia
und FC Bayern von selbst. Die Spannung im Stadion erreicht seinen
Höhepunkt, als zwei unserer Jungs beim Übersteigen einer Abgrenzung vom
Platzwart mit einem sehens- und hörenswertem Anschi.. zurückgepfiffen
werden. - Beifall! -
Und dann das Highlight: Ein einsamer Sportler übt mit seinem einsamen
Trainer unten auf den akkurat geschnittenen Rasen Froschsprünge. Wir
motivieren den Sportler durch ein begleitendes "Quak!" bei jedem
Sprung. Da wir auf der Ehrentribüne sitzen, nutzen wir die Gelegenheit
und machen ein Gruppenfoto. Dann geht´s rüber zum Olympiaturm.
Die Fahrt mit dem Fahrstuhl ist freiwillig, die Aussicht
bei klarem Wetter unvergleichlich gut. Das "Gipfelstürmerfoto" ist der
Beweis unserer couragierten Haltung. |
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Mittwoch
Heute fahren wir gemeinsam mit der Klasse 10a nach
Dachau. Die Gedenkstätte macht uns nachdenklich. Die Erzählungen unserer
Leiterin, Frau Ungor; über die täglichen Quälereien und Strategien zur
Erniedrigung und Misshandlung von Menschen machen uns noch stiller. Wir
gehen auch zum ehemaligen Krematorium und stehen in der Gaskammer. Der
Eindruck in uns lässt sich mit Worten nicht beschreiben.
Nach dem Besuch der KZ-Gedenkstätte steht für uns
zweifelsfrei fest: "Nie wieder Nationalsozialismus!" |
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Ab 14.00 Uhr genießen wir die Generalprobe des Bayrischen
Symphonie Orchesters. Die Musik ist so harmonisch und beruhigend in der
Mittagszeit, dass viele von uns sie mit geschlossenen Augen aufnehmen.
Das wäre bei Bryan Adams nicht möglich gewesen!
Abends erwartet uns ein weiterer kultureller Hochgenuss.
Wir besuchen das Musical "Falco meets Amadeus". Die Handlung bleibt
schwer verständlich, aber der Sound dieser Rockoper ist Wahnsinn. Ein
Super-Erlebnis. |
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Donnerstag
Das Wetter wird schlechter, aber es regnet nicht. Den
Anregungen unserer Schlossführerin folgend stolzieren wir in Gedanken in
geziemender, zeitgerechter Kleidung und adligen Geschlechts in den
Festsaal des Schlosses Nymphenburg ein. Welch ein Anblick: Blendende
Kristallleuchter vor reich verzierten Wänden in samtenem Gewand mit
einem deckenfüllenden Gemälde im italienischen Stil. Dank der guten
Ideen unserer Frau Oxford erwacht die alte Zeit vor unseren Augen.
Wohn-, Jagd- und Schlafzimmer mit edlen Tapeten und übermannsgroßen
Gemälden in Goldrahmen spiegeln das tägliche "Theater" des adligen
Standes der damaligen Zeit. Kein Vergleich zum freien Leben unserer
Epoche. Eines hatten
die Kinder des Adels unseren Sprösslingen jedoch voraus: Sie durften mit
ihren Zimmerschlitten im Zimmer und im Flur ihre Runden drehen. Das
sollten wir zuhause besser nicht probieren. |
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Freitag
55 Schlüssel müssen wieder zurück an das Schlüsselbrett
sortiert werden. Sind die Zimmer sauber? Wem gehören diese Socken?
Zimmer 162 hat sein Leergut nicht weggebracht. In der Dusche steht noch
das Shampoo. Heute
vormittag besuchen wir den Bavaria Filmpark. Eine Filmführung, eine
Stuntshow und das 3-D-Kino warten auf uns. Zuerst müssen wir jedoch
warten. Die Bahn, die uns über das Gelände fahren sollte hatte einen
Unfall. Dann geht es zu Fuß durch die Kulissen großer Filme wie "Das
Boot", "Traumschiff Surprise", "Asterix", "Die unendliche
Geschichte" und andere.
Unser eigener Film wird leider nichts, weil unsere
Führerin den Umgang mit den Kameras noch üben muss.
Gegen 14.00 Uhr fahren wir mit unserem Bus wieder
Richtung Heimat, die wir um 23.15 Uhr erschöpft, müde und zufrieden
erreichen. K.-P. Jessel |
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Wir in 3-D |
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