|

 | Mit der Klasse 10 b nach Berlin... und wieder zurück | 
| 04.10. (Montag) - Halb zehn in Bocholt Vom Bahnhof aus geht es im „Bocholter“ zunächst nach Wesel, von Wesel dann nach Duisburg und von Duisburg aus in 3 Stunden und 45 Minuten mit dem ICE nach Berlin. Koffertragen inklusive. Einige Schülerinnen hätten vielleicht weniger und/oder einen kleineren Koffer mitnehmen sollen... Ankunft in Berlin, Bahnhof Zoologischer Garten, Hauptschauplatz des Buches „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Wir merken: Berlin ist Hauptstadt geworden. Der Bahnhof sieht doch ganz anders aus. Marmor, hell und freundlich beleuchtet. Erhalten von einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn unsere Tickets für das gesamte Gebiet von Berlin. Und einen U-Bahnplan. Wichtig! Umsteigen in den Bus Richtung Rathaus Schöneberg. Fahrtzeit 15 Minuten. Der Bahnhofsvorplatz und der Ausblick dort entschädigen für den umgebauten Bahnhof. Mit den Koffern wird die Fahrt im doppelstöckigen Bus ein Abenteuer. Pech für uns nämlich: Unser Kofferbus hatte auf der Fahrt zu uns einen schweren Verkehrsunfall. Ankunft Hotel Meininger Straße, fast direkt gegenüber vom Rathaus Schöneberg, geschichtlich bedeutend also. Sagte hier nicht John F. Kennedy „Ich bin ein Berliner“... Belegung der Zimmer, erstes Abendessen, erste Begegnung mit Berlin im Dunkeln. | 05.10. (Dienstag) – Acht Uhr in Berlin Fertig zum Frühstücksbüfett. Genügend Auswahl gibt es sicherlich, zumal man so viel nachholen kann, wie man möchte. Ein moderner Reisebus mit Teilledersitzen wartet auf uns. 9.00 Uhr Stadtrundfahrt durch Berlin mit Führung. 3 Stunden. Wir sehen wirklich alles. Kurfürstendamm (mit dem Europa-Center aus dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, wieder modernisiert), Gedächtniskirche, Olympiastadion, Checkpoint Charlie, Potsdamer Platz, Alexanderplatz und und und... Ganz schön anstrengend, so eine Rundfahrt. Und nun: Ab ins Großstadtleben, ob nun zu Sehenswürdigkeiten oder zum Shopping. | 
Ein interessanter Anblick. 18.00 Uhr Abendessen, Büfett. Was gibt es? Spaghetti Bolognese oder vegetarisch, verschiedene Salate und Nachtisch. Stärkung ist wichtig. | 
| Um 20.00 beginnt unsere Führung im Reichstag, Haltestelle Unter den Linden. Wir wandern durch das Brandenburger Tor. Eine lange Schlange steht am Reichstag. Wir gehen einfach vorbei, wir sind angemeldet. Wir sitzen im Plenarsaal des Bundestages auf der Besucher-Tribüne und erfahren auf eine recht unterhaltsame Art vieles vom und über den Bundestag. Mit einem großen, aber trotzdem völlig überfüllten Aufzug geht es hoch auf die nächste Ebene, von der wir dann zu Fuß, einer Murmelbahn ähnlich, in großen Kreisen bis oben in die Kuppel gelangen. Berlin bei Nacht. | 06.10. – (Mittwoch) - Acht Uhr in Berlin Der Tag des Wasserwerfers beginnt wieder früh. Ursprünglich war Frühstück immer so gegen 9.00 Uhr geplant. Aber unser Programm zwingt zu früheren Zeiten. Nach dem Frühstück geht es los Richtung Alt-Moabit. Die Busfahrt dauert lang. Zu lang. U-Bahn wäre sicherlich die bessere Wahl gewesen, aber es heißt auf unserem Schreiben nun einmal „Anreise mit dem Bus“. Ziel: „Polizeihundertschaft Berlin“. Gleich in der Nähe des bekannten Gefängnisses von Moabit. | 
| Unsere Aufgabe: Schwere Schutzausrüstungen tragen, im Wasserwerfen sitzen, sich in einen Schützenpanzer der Polizei quetschen, im vergitterten Mannschaftswagen fahren und vieles über den Alltag der Polizei in der Hauptstadt erfahren. der sich doch etwas von dem in Bocholt unterscheiden dürfte. Bocholt ist halt so klein. Gegen 12.00 Uhr verlassen wir die Polizeikaserne. Der Hunger treibt viele an. Mittagspause irgendwo auf einer Straße in Moabit. Wie gewünscht. Auf der „kulinarischen Meile“, möchte man sagen. Und günstig ist sie. Der Döner findet reißenden Absatz. € 2,30 inklusive Getränk. Wer handelt, bekommt noch einen, zahlt aber weniger. Und wieder stehen sie Schlange. Der anschließende Fußmarsch zur U-Bahn fällt anschließend leichter. Ziel: Die Gropiusstadt in Berlin-Neukölln. Ausgangspunkt im Buch „Christiane F.- Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Die Fahrt dauert etwa 45 min. Ausstieg „Wutzky Allee“. Oben regiert der Beton. Aber „leider“ auch recht viel grün. Anders als im Buch beschrieben. Das Wohnhaus von Christiane F., dieser große weiße Block ist nicht zu finden. Ein Gang durch die Parkanlagen frustriert: „So schlimm ist es hier ja gar nicht.“ Schade, irgendwie. Zumindest aber anders als in Bocholt. Und in der Ferne ist er dann doch zu sehen. Der 29-Stöcker des Architekten Walther Gropius. Preisgekrönt. Nun ja. Wir leiten den freien Nachmittag ein. | 07.10. (Donnerstag) – Neun Uhr Frühstück Heute ist es so weit. Frühstück um 9. Zumindest dieses eine Mal. Einziger fester Termin heute: „Die Blue Man Group“ im Theater am Potsdamer Platz. 18.00 Uhr Beginn. Wir sollten früher da sein. Immerhin fasst das Theater 1800 Menschen. Das könnte voll werden. Wir rechnen mit etwa 40 Minuten Fahrtzeit. Verschiebung des Abendessens auf 16.30 Uhr. Gut, dass die Dame an der Rezeption so flexibel reagierte. Vorher jedoch noch die Möglichkeit, fehlende Gegenstände einzukaufen, Potsdam zu besuchen, Museen zu besichtigen, an einer Führung im Olympiastadion teilzunehmen und dort zu sitzen, wo die Nationalsozialisten 1936 die Olympischen Spiele eröffneten. – Genug, um den Tag auszufüllen. Der Besuch der „Blue Man Group“ allerdings lässt sich nun nicht in Worte fassen. Nur ansehen und miterleben. Anhören und mitmachen. Nach fast zwei Stunden perfekter Unterhaltung treten wir wieder hinaus in den Trubel. Gemeinsame Rückfahrt mit der U-Bahn. Der letzte Abend in Berlin. Ein anderes Haus unserer Hotelkette bietet eine Disko für die Gäste an. Gratis. Mit Getränkegutschein. Wir testen an. Und sind schnell zurück. Wir waren die einzigen Besucher... der Abend klingt aus im Aufenthaltsraum beim Kicker, Billard und Musik – live! Der Abend klingt aus, die Nacht klingt an. Es wartet ein neuer Morgen. Der Abfahrtsmorgen.  | 08.10. (Freitag) – Acht Uhr (noch) in Berlin Acht Uhr Frühstück. Jetzt heißt es packen und aufräumen. Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass die Pfandverordnung der Bundesregierung nur bedingt greift: Einige Mülleimer sind überfüllt mit Plastikflaschen. Gut, dass es auch andere gibt, das gibt Hoffnung. Die Sache mit unserem Kofferbus begleitet uns auch an diesem Tag. Der Bus kann nicht mehr repariert werden. Wir nehmen´s mit Humor und | 
| schleppen die Koffer in den Linienbus. Diesmal teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Das entzerrt. Treffpunkt „Bahnhof Zoo“. Der ist – wie erwartet – an diesem Freitag äußerst gut gefüllt. Hier noch ein Proviantkauf, da noch eine Zeitschrift – unsere Logistik wackelt leicht, aber sie fällt nicht um. Bei der Einfahrt des ICE geht alles glatt. Das Problem der großen – und wohl auch schwereren – Koffer bleibt. Es bleibt halt nicht nur Schönes, wie es im Radio heißt. Aber die 3.45 Stunden vergehen recht schnell. Die Anzeige zeigt 250 km/h. So geht´s gut. Und ruhig. Wer noch Geld übrig hat, kauft sich eine Cola für € 2,70 im Zugrestaurant. Wer noch Geld übrig hat... Umsteigen in Duisburg. Wir wählen einen anderen Zug. Längerer Aufenthalt in Duisburg, kürzerer in Wesel. Der Schuhe wegen. Wenn auch ohne Erfolg. Planmäßig erreichen wir Bocholt. Es ist 15.25 Uhr. Die Fahrt ist vorbei. Schon. M. Siedling |
|